Parkieren

Parkieren beim neuen Gemeindehaus bewegt. Wer sich an der Quelle informieren will: Das Thema wurde im Abstimmungsgutachten zum Gemeindehaus behandelt. Es gibt unmittelbar beim Gemeindehaus einen kleineren Parkplatz und einen grösseren vis à vis an der Lindenstrasse. Der Zugang für handicapierte und ältere Menschen ist stufenlos gewährleistet. In der Medienberichterstattung wurde das leider ausgelassen. 

Es dürfte noch viel Bewegung an der Lindenstrasse geben, besonders auf dem Benninger Areal. Letzte Woche hat die Benninger Immobilien AG die Anwohner über das Siegerprojekt des Studienwettbewerbs informiert. Die öffentliche Kommunikation folgt in den nächsten Wochen. Dann wird auch die geplante Verkehrserschliessung des Benninger Areals, eine neue Tiefgarage und die vorgesehene Verlegung des Parkplatzes an Lindenstrasse orientiert. Diese Verlegung ist im Grundsatz vereinbart und auf gutem Weg, aber noch nicht im letzten Detail geregelt und deshalb nicht kommunikationsfähig.

 

In einer mobilen Welt ist Erreichbarkeit wichtig, gerade für ein Gemeindehaus. Es stehen alle Wege offen, zu Fuss, mit dem Velo, mit dem Bus oder mit dem Auto. Jedes Transportmittel hat seine Vor- und Nachteile. Gegenüber dem Regime, das heute bei den Gemeindehäusern gilt, ändert nichts: Es gibt Behindertenparkplätze. Es gibt keine reservierten Parkplätze, für niemanden. Und alle Parkplätze sind öffentlich – mit allen Konsequenzen

Regeln

Im Süden (und in Uzwil?) wird auf öffentlichen Plätzen gespielt, Boule, Pentanque oder Schach. Touristen schauen bewundernd zu, fotografieren heimlich. Und wenn man gefragt wird, ob man mittut? Oder anders herum: fragen, ob man mittun kann? 

Ferienzeit, Spielzeit. Es braucht Mut, mit einem Fremden eine Partie zu beginnen. Vielleicht verliert man ein Spiel. Und gewinnt dafür Kontakt. 

Übrigens, wenn Sie bei einem Schachspiel mitmachen: Vom Niederuzwiler Hans-Joachim Lessner habe ich eine offizielle Schachregel gelernt. Wessen Handy klingt oder surrt, der hat verloren. 

Spielen kann also auch Ferien sein, vorm Handy.

Eintritt

Selten zahlt man mit einem Eintrittspreis die vollen Kosten. Auch in der Badi nicht, wie jüngst von den Medien festgestellt wurde. Auch ein Bahn- oder Busbillett ist je nach Strecke um den Faktor 3 subventioniert. Wer glaubt, dass er mit der Krankenkasse den Spitalaufenthalt zahle, irrt. Es sind gerade mal 45 Prozent, der Rest finanziert der Kanton. Die 200 Franken, die ein Sportverein für die Turnhalle im Jahr zahlt, sind ein Klacks.Das Problem ist wohl eher, dass auf dem Kassenzettel nicht die vollen Kosten stehen. Selbst wenn ein Badi-Eintritt 12 Franken statt CHF 5.50 kosten würde, muss man sich noch sehr herzlich beim Steuerzahler bedanken. Das tue ich hier und jetzt, besonders namens der Eltern, die froh sind, auch in diesen Ferien die überschüssige Energie ihrer Sprösslinge abbauen zu können.
PS 1: Eine Erhöhung des Badieintritts ist nicht geplant. Der Kinderpreis bleibt beim historischen CHF 1.–.

PS 2: Tiefer Eintrittspreis, dafür den Parkplatz bewirtschaften? Das wäre zu überlegen. In die Badi kann man zu Fuss oder mit dem Velo.

Ticken

Das Thema Parkieren würde ich gern parkieren. Ob es aber stehen bleiben kann? Eigentlich muss man darüber gar nichts sagen. Alle wissen, was Sache ist. Es braucht keine mahnenden Worte, keine Belehrungen. Wer sein Auto auf einem Besucherparkplatz dauerparkiert, weiss das. Wer sein Fahrzeug einfach am Strassenrand stehen lässt, kennt die Regeln. Wie man zu einer Parkbusse kommt, ist bekannt. Die SBB muss für ihre Parkzeitbeschränkung sorgen. Und wenn 1 000 Leute in der Badi sind, ist jedes weitere Auto für die Anderen sicher nicht mehr nötig.
Auch in der Einwohnerzufriedenheitsanalyse liest man vom Übel des Parkierens. Weil es kaum einer nur für sich lösen kann, ist es wohl für alle schlecht. Das wäre dann gut? Fortsetzung folgt.

Schluss

Einer referiert. Und beginnt seinen Vortrag mit der Einladung: Wer eine Frage habe, solle doch sofort fragen. 

Ist das nötig? Erstens sollten sich viele Fragen im Lauf eines Referats erübrigen, weil jedes Referat mehr Fragen beantworten als aufwerfen sollte. Zweitens stört eine Frage den Fluss des Redners und der Zuhörer. Und drittens ist es gutes Gedächtnistraining, sich seine Frage zu merken. Geht sie vergessen, kann sie nicht so wichtig gewesen sein.

Wie kommt es, dass man Fragen immer und jederzeit erlaubt?

Simultan

Eine Delegation aus dem tschechischen Liberec besuchte kürzlich Uzwil. Sie wollten wissen, wie Raumplanung hier so funktioniert. Der Kanton vermittelte diesen Kontakt. Das ehrt. Er zeigt ja wohl keine schlechten Beispiele.

Raumentwicklung ist ein langsamer Prozess. Das wird noch mehr bewusst, wenn man ihn Dritten beschreibt. Der Ursprung der jetzigen Planung liegt 10 Jahre zurück, an einer Veranstaltung mit über 200 Personen. Aus dem Ergebnis wurden Visionen für das Jahr 2040 formuliert und von einem 40-köpfigen Beirat verabschiedet. Die Umsetzung läuft in Schritten, etwa in der Revision des Zonenplans und des Baureglements im Jahr 2014. Die Zentrumsentwicklungen gehören dazu, angefangen vom kleinen Lindenplatz zum grossen Benninger Areal. Man braucht ein robustes Gesamtbild, sonst bringt man die Puzzle-Teile nie zusammen.

Beeindruckt hat am Austausch mit den Tschechen der Dolmetscher. Ungewöhnlich, dass jemand einem die Sätze aus dem Mund nimmt und sie live übersetzt – nonstop, in beide Richtungen. Erkenntnis: Es gibt nicht nur sprachliche Barrieren. Auch Raumplanung muss übersetzt werden.

Doppelt

Die Kreuzbleiche-Turnhalle in St.Gallen wurde 1987 international ausgezeichnet. Heute genügt sie dem Schweizerischen Handballverband nicht mehr. Zuviel Turnhalle und zu wenig Restaurant für die Sponsoren.

Über die Macht der Sportverbände sollte man nachdenken. Der Fussballverband und auch der Hockeyverband sind nicht besser. In den Richtlinien für die Erstellung von Fussballanlagen liest man von Spielfeldgrössen, wieviel Licht in jeder Ecke eines Sportfelds nötig ist, ok. Man liest aber auch von Sauna und Office für Sponsoren. Ab der ersten Liga braucht es gesicherte Zugänge zum Spielfeld. Der Schiedsricher soll unversehrt wieder nach Hause kommen. Klar: Es braucht die Verbände, weil nicht jeder die Spielregeln selbst erfinden kann und der ganze Spielbetrieb organisiert sein muss.

Allerdings: wer zahlt die Infrastruktur? Die Öffentlichkeit. Dafür die Gesellschaft von den Verbänden eine Gegenleistung erwarten. Beispielsweise, dass sie direkt auf die Stars als Vorbilder einwirken.  Die Gesellschaft braucht beispielsweise keine Leute, die keine (Schiedsrichter-)Entscheide akzeptieren können und ihre Anspruchshaltung maximieren. Das schadet der lokalen Vereinsarbeit – und ärgert deshalb doppelt.

Entdeckung

Montag Abend, Bürgerversammlung. Ein Flügel steht auf der Bühne. Hanspeter Nadler nimmt Platz, beginnt zu spielen. Die Menschen treffen langsam im Gemeindesaal ein. Dort sind Leo Rimensberger’s Werke ausgestellt, Bilder eines Uzwiler Künstlers, der mit 32 Jahren freiwillig aus dem Leben schied. Die Musik klingt aus, die Versammlung beginnt um 20 Uhr.

Später lese ich zufällig Hanspeter Nadler‘s Gedanken zur Wahl seiner Musikstücke. Wow, er hat seine Musikstücke sorgfältig ausgewählt, wollte den Gesamteindruck von Rimensbergers Bildern musikalisch beschreiben: A Wither shade of pale, dann in Bridge over troubled water «When you weary, feeling small, I’m on your side», kontrastiert mit dem Lebensmut des Boogie Woogie, zum Schluss «I did it my way».

Stimmt, ja, passt. Manchmal steckt mehr hinter den Dingen. Wenn man mit sich selbst zu beschäftigt ist, fehlt der Überblick. Oft genau dann, wenn man ihn besonders haben wollte. Eine schöne Entdeckung?

Think Tank

Auf einer grünen Wiese bauen ist relativ einfach. Ist das Grundstück schon überbaut und soll der Betrieb unterbruchsfrei weiter laufen, wird es schwieriger. Geht es um eine Denkfabrik, einen Think Tank, ist die Herausforderung noch grösser. Die Standort-Konkurrenz ist gross.
Bühler baut in Uzwil einen solchen Innovations-Campus mitten auf dem bestehenden Betriebsgelände, pflanzt quasi ein Herz unter besonders schwierigen Bedingungen ein. Dieser Entscheid freut! Es braucht nicht viel Phantasie, dass jede Stadt auf der Welt sich genau ein solches Innovationszentrum mit dieser Strahlkraft wünschte. 

Bei aller Distanz zwischen Staat und Wirtschaft: ein öffentliches Dankeschön dem Konzern und der Familie Bühler für diese Investition in den Standort Uzwil! Und ganz besonders den Menschen, die hier arbeiten. Mit ihrer Kompetenz, ihren Ideen und ihrer Leistungsbereitschaft legen sie das Fundament für solch wegweisenden Investitionsentscheide. 

Drehbuch

Wie funktioniert ein Film? Er startet meist mitten im Leben. Man lernt die Protagonisten kennen. Der künftige Held bekommt eine schwierige Aufgabe. Er zweifelt und lehnt sie ab. Der Mentor tritt auf. Der künftige Held bekommt Hilfe und wird geprüft. Er besteht, ist jetzt ermutigt. Er nimmt die Aufgabe an. Alsbald gibt es kein Zurück, der Held muss da durch. Markante Figuren, lustige, schräge, traurige, treten auf. Das Böse ist anfänglich gut versteckt. Nach etwa 20 Minuten Film kommt der erste Wendepunkt der Geschichte. Es folgen der mittlere und letzte Wendepunkt mit schwierigsten Prüfungen, oft geistig und körperlich. Der Gegenspieler wird überwunden, die Aufgabe gelöst. Bereichert kehrt der Held heim. Alles passt. Natürlich ist ein Drehbuch, der innere Faden von Film, Buch oder Theater viel komplexer und variantenreicher. Im Kern ist der Aufbau jedoch seit den alten Griechen unverändert. Das beeindruckt. 
Das Wissen um die Methode macht noch keine gute Geschichte. Die Idee muss man haben. Die eingespielte Methode hilft, diese Idee zu vermitteln: Willkommen zur Bürgerversammlung am Montag Abend!